Projekt des Monats Juli 2010
Energieeffizienz ist mehr als die Summe seiner Teile – auch im Altenheim
"Energie" ist für den DRK-Kreisverband Leverkusen ein großes Thema. Nicht zuletzt die steigenden Energiepreise motivierten Dr. Josef Peters, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, und seine Kollegen, im Opladener Altenheim einmal richtig "Nägel mit Köpfen" zu machen - mit beachtlichem Ergebnis: Nach Umsetzung vieler Einzelmaßnahmen konnte der Wärmeverbrauch um 25 % und der Stromverbrauch um 12 % gesenkt werden. Es ist so gelungen, trotz der Preiserhöhungen der letzten Jahre die Energiekosten konstant halten zu können.
Das Altenheim an der Düsseldorfer Straße in Opladen ist ein Bau aus den frühen 80er Jahren. Obwohl nach den Maßgaben der 1. Wärmeschutzverordnung gebaut - immerhin verfügte die Gebäudehülle des Heims (100 Plätze, rund 5000 qm beheizte Fläche) bereits über eine "rudimentäre" Dämmung - ist das Gebäude doch noch sehr am Baustil der 70er Jahre orientiert und kämpft daher mit sämtlichen damals üblichen energetischen Schwächen. Als die Energiekosten vor einigen Jahren ungeahnte Höhen erklommen, machte Dr. Josef Peters das Thema Energieeinsparung zur "Chefsache".
Eine erste Maßnahme war der flächendeckende Einsatz von Energiesparlampen und die hellere Gestaltung der Flure. Durch diese Maßnahmen konnte einerseits die Beleuchtungsleistung reduziert und andererseits die Aufenthaltsqualität gesteigert werden.
Eine Begehung durch die EnergieAgentur.NRW ergab weitere "schlummernde" Potentiale bei der Klima- und Heizungsanlage. "Die Heizungsanlage stammte noch aus der Gründerzeit des Heims, hatte also bereits rund 25 Jahre Dienst getan. Damals war Energie noch kein Kostenfaktor. Entsprechend ineffizient war die Anlage", so Dipl.-Ing. Christian Dahm von der EnergieAgentur.NRW.
Als Sofort-Maßnahme wurde die technisch noch anstandslos arbeitende Heizungsanlage mit einer effizienteren Pumpensteuerung ausgestattet und die weit zu hohe Vorlauftemperatur auf das notwendige Maß abgesenkt. Dem folgte 2008 die Erneuerung der Heizungsanlage. Eingebaut wurden zwei Brennwertkessel mit je 225 kW, die bis auf 33 % der Wärmeleistung runter modulieren können.
Bei der Klimaanlage wurden Nebenstränge separiert. Die Konsequenz: Wo vorher die ganze Anlage durchlief lassen sich nun die Teilbereiche des Heims nach Bedarf belüften bzw. klimatisieren.
Den größten Erfolg brachte die Implementierung eines Lastenmanagements. Hierdurch werden einzelne Geräte in der Küche und Wäscherei mit einer intelligenten Abschaltung ausgerüstet, die das Gerät für eine kurze Zeit vom Netz nimmt, sobald im Haus insgesamt zu viel Leistung abgefordert wird. Weiterhin wurden die Waschmaschinen so programmiert, dass sie zum Teil in den Nachtstunden laufen. Dies führte auch zu einer Reduzierung der Lastspitzen am Vormittag. Eine Verlegung in den Nachmittag war leider nicht möglich, da die Wäscherei nur vormittags besetzt ist. Den Kosten von unter 5000 Euro (incl. der Umrüstung der Waschmaschinen) steht eine Absenkung der Lastspitzen um 25 Prozent gegenüber. Die Amortisation liegt dadurch bei knapp über einem Jahr.
Einsparungen von rund 10 Prozent brachte die gebündelte Erneuerung der insgesamt rund 100 Kühlschränke. Die erhebliche Stromeinsparung von rund 50.000 kWh/a amortisiert die damit verbundenen Kosten innerhalb weniger Jahre.
Nordrhein-Westfalens Umweltminister erkannte den DRK-Kreisverband Leverkusen nicht zuletzt durch die energetische Modernisierung des Altenheims Opladen inzwischen als "Unternehmen der Zukunft" in Sachen Energieeffizienz und Ressourcenersparnis an.